**Radio Irrtum! 2026/02 - @Home with friends n Helium**

*Moment, was ist jetzt?*

**[Irrtum]**

Ja genau - und damit herzlich Willkommen liebe Hörer:innen zu dieser Sendung, eben Radio Irrtum! - mein Name ist Herr Irrtum! und ich freue mich wirklich SEHR, dass Ihr über die Berliner und Brandenburger DAB+ Kanäle oder den weltweiten (!) Audio Stream hierher gefunden habt.

Was heute hier für coole undergroundige Musik neben der Spur zu hören sein wird (also wir haben sage und schreibe 8 Tracks, Die Ihr nicht auf [Spotify] findet), – also, was gleich hier so kommt, sag ich Euch nach dem ersten Titel – und der kommt von der Grand Dame des Noise, 73 Jahre wird sie im April, hier ist die unglaubliche Frontfrau von Sonic Youth, hier ist  ↓↓↓ 

**01. Kim Gordon: NOT TODAY | PLAY ME [A] (13.März 2026)**

↑↑↑ Ja Kim Gordon, die Frau, die 1981 zusammen mit ihrem späteren Mann Thurston Moore Sonic Youth gründete - diese legendäre Noise Punk Band, die nicht zu Unrecht als die Hauptinspiration für das gesamte Genre des Grunge gilt, also des Genres, was vor allem durch Nirvana popularisiert wurde. Nun sind Sonic Youth bereits seit 2009 Geschichte, aber Kim Gordon ist immer noch aktiv, wie gesagt mit mittlerweile fast 73 Jahren. Während man von Thurston Moore vergleichsweise nur noch wenig hört, ist Kim Gordon unermüdlich bei der Sache, veröffentlicht immerzu neue Tracks und ist in meinen Ohren mehr Sonic Youth als je zuvor. Mit dieser wunderbaren Balance zwischen Eingängigkeit und noisiger Rauheit.

Und damit sind wir mittendrin in 

[Tellerrand]

Mein Name ist Herr Irrtum! und in dieser Stunde gibt es noch zu hören

  - Oldskuhl Dub mit einem Twist
  - großartiges Beatmaker Zeugs aus unserem Land und aus Australien
  - glitchy Elektro aus den UK
  - irren Hispeed Breakcore aus Japan
  - stilechter britischer 140er Bass
  - Jede Menge elektronischer experimenteller Tracks
  - frischen Eggpunk
  - shoegazigen Goth Postpunk aus Australien
  - Experimental Electric Cello Sounds aus Wien

Und das alles soll uns nicht genügen, darum hören wir im Hintergund eine ausgesprochen sommothy Jazz Compilation vom italienischen Label Right Tempo, wo solche Korypheen wie das Rainer Trüby Trio und viele andere bekannte Acts in einem typischen 90er Jahre Acidjazz Setup zu hören sind und da hören wir mal kurz rein:

**Easy Tempo Experience Vol.4 - THE SIXTH SENSE**

↑↑↑ So heißt diese Compilation vom Right Tempo Label.

Wir gehen da gar nicht sooo weit von diesen jazzigen Downtempo Sounds, aber fügen jede Menge Oldskuhl Dub Bass hinzu – und lassen in diesem Sinne 2 absolute Legenden aufeinander treffen: Macht Euch bereit für 

**02. Nightmares On Wax vs Adrian Sherwood: You Bliss | In A Space Outta Dub [A] **

↑↑↑ Ja, das ist praktisch ein Adrian Sherwood Remix des 2006 erschienenen Tracks “You Whish” von Nightmares on Wax - übrigens mit 23.000.000 Plays allein auf dem vergleichsweise unpopulärem YT Music Streaming Service ein totaler Klassiker - und so klang der damals übrigens:

**Nightmares On Wax: You Wish (2006)**

Gar nicht mal soo anders, aber diese Reaggy Bläser und diese bassigen Dub Elemente fehlen und machen dieses Original bei allem Erfolg in meinen Ohren deutlich uninteressanter und langwieriger als das, was Adrian Sherwood jetzt draus gemacht hat. Adrian Sharewood, der, so wie Kim Gordon als Erfinderin des Grunge Genres, als Erschaffer des Dub Genres bezeichnet werden darf, dreht in letzter Zeit ja richtig auf - schon 2025 hat er ein unglaublich gutes Album rausgebracht. Ich habe ihn übrigens erstmals 1988 auf DT64 in einer Sendung von Lutz Schramm gehört und war damals schwer beeindruckt von diesen tiefen lang nachhallenden Kellerbässen… Und jetzt, fast 40 Jahre später, lege ich einen klanglich in Topform befindlichen Adrian Sherwood selbst auf. Verrückt das alles.

Verrückt, jedenfalls ein bisschen, ist ja auch Herr Kaschke, der sich in der Öffentlichkeit grundsätzlich nur unter einer Gorilla Affen-Maske zeigt - und den hören wir jetzt mit seinem unglaublich chilligem Track ↓↓↓

**03. Herr Kaschke: At Home with Friends | At Home with Friends [S]**

↑↑↑ Herr Kaschke ist seit Jahren ein absoluter Garant für Premium Chill Sounds – und das nicht nur in unseren Landen sondern weltweit – beispielsweise ist er in Brasilien äußerst beliebt. Der macht nicht nur -sowas-, der ist auch bei diversen Indie-Musikprojekten mit von der Partie oder arbeitet mit Leuten wie Bela B, Digitalism, Lady Gaga, Franz Ferdinand oder Xzibit zusammen. Ganz ohne Frage einer der wenigen wahren, aber verborgenen Tausendsassas in der Musikszene – aber der Mann unter dem Gorilla-Kostüm will ganz offenbar nicht weiter als Person in Erscheinung treten sondern seine Musik für sich sprechen lassen. Das finde ich außerordentlich beeindruckend.

Genre-mäßig bleiben wir dem Beatmaker-Genre weiter verbunden – hier kommt, weiß so gut passt mit gleich 2 Tracks...

**04. Your Best Friend Jippy: HELIUM [He] +  LITHIUM [Li] | THE HYDROGEN LINE [A]**

[Radio Irrtum! Ear Lick]

Ja da musste ich einfach mal 2 Tracks, spielen: A, weil die sowieso für sich eher kurz sind , B, weil diese Übergänge so wunderbar sind – das war ↑↑↑ .  Der Mann aus Perth in Australie ist ja öfters mal hier in der Sendung – aber ich kann es nicht ändern: Der wirft unverdrossen ein Album nach dem anderen raus und das hat immer Qualität, ist immer ausgesprochen geschmackvoll zusammengestellt und hat als besonderes Charm-Merkmal diesen hörspielartigen Aufbau, wo in- und zwischen den Tracks irgendwelche Gesprächssamples aus obsukuren Radioquellen, 60er Schallplatten oder Filmen kommen. Das alles macht ihn m.E. zu dem Beatmaker Nummer 1 auf diesem Planeten, noch vor Leuten wie The Dirty Art Club oder Nipple Tapes. Aber dieses Album jetzt von Your Best Friend Jippy, also The Hydrogen Line, das schlägt dem Fass den Boden aus: Für 4,44 AUD, das sind 2,64€, bekommt Ihr auf Bandcamp sage und schreibe 118 Tracks aus diesem Album. Und ich garantiere Euch, keiner dieser Tracks ist dahingefuscht oder in irgendeiner Form lieblos gemacht. Das tropft regelrecht vor Beatmaker-Charm! Diese 118 Tracks stehen für jeweils 1 Element aus unserem schönen Periodensystem, was zufällig eben 118 Elemente umfasst (ich hab nachgezählt) und wenn Ihr diese unter 3 EUR dafür ausgebt, kommt Ihr Euch immer noch wie Dieb:innen vor. Unglaublich.

Jetzt zu einem Typen, den ich im Fediverse kennen und seine Musik schätzen gelernt habe; hier kommt 

**05. inpc: i'm your computer, i'm against you | it's not ok computer [A]**

↑↑↑ Inpc ist in oder um London aktiv, arbeitet da als Toningeneur, aber nicht nur das: So arbeitet er mit Künstler:innen, etwa dem japanischen Designer Yuri Suzuki	bei diversen Ausstellungen zusammen, hat eine eigene Internet-Radioshow (die Kalimera Show nämlich) und ist eben auch als Musiker aktiv, wie hier auf seinem aktuellen Album „it's not ok computer“ – in leichter ironischer Brechung des Titels eines der ganz großen Radiohead-Alben. Das Album ist darüber hinaus unter einem generösen „Pay what you want“ Bezahlmodel zu beziehen und Ihr findet es zudem  NICHT auf [Spotify],

Auch mit den Buchstaben i und n vorne beginnend, auch nicht auf Spotify  – das sollte doch für einen guten Übergang ausreichen –  ist das japanische Projekt inixia. Davon hören wir „Trapt in“

**06. inixia [1n1x1a] : trapt in | head in the clouds [E] [CC]**

↑↑↑ Ja und das ist ein frei erhältliches Album unter folgender freien Lizenz: [CC] . So siehts aus. Wie übrigens sogut wie alles vom japanischen Netlabel „Lost Frog Productions“, was sich dem ebengehörten Genre Breakcore verschrieben hat, unter der CC Lizenz veröffentlicht wird, was ich absolut famos finde. Inixia kommt im übrigen mehr aus der Gaming Scene und ist da im Hintergrund als Musiker aktiv; u.a. hat er für Gravity Wars ein paar Stücke geschrieben, was insofern erwähnenswert ist, als dass dieses Spiel immer wieder für seinen excellenten Soundtrack gelobt wird.

[Alex Chippie]

Und damit sind wir schon bei der Hälfte angelangt von dieser Sendung von

[OMG]

Und da warten noch auf Euch:


  - stilechter britischer 140er Bass
  - eine handvoll elektronischer experimenteller Tracks
  - frischen Eggpunk
  - shoegazigen Goth Postpunk aus Australien
  - Experimental Electric Cello Sounds aus Wien

Und damit kommen wir zu folgendem Genre:

[Bass]

Hier ist ↓↓↓

**07. amoss: Flow | State of Motion [E] no spotify**

↑↑↑ Amoss das sind eigentlich zwei umtriebige britische Drum und Bass Producer, die aber ganz klar in der Lage sind, wie wir auch gerade hören konnten, die DNA von 140er UK Bass zu atmen. Insofern ist ihnen hiermit die in meinen Ohren bislang beste Bass Ep dieses noch jungen Jahres geglückt, aber wer weiß, was da noch alles noch so Tolles kommen wird 2026… Diese Platte, und das ist ein neuer Trend unter den Club-Produzenten, das sehe ich immer häufiger, die gibt es NICHT auf [Spotify]. Sehr gut!

Wir werden jetzt ein wenig experimenteller, wir hören jetzt vom bulgarischen Netlabel Mahorka das französische Projekt

**08. Dormance: Dormance 14 | II [A] [CC]**

↑↑↑ Ja und Dormance, das sind Sobria Ebrietas und Iliaque [ilijack] aus Frankreich, die sich hier zusammengetan haben, und II, der Name Ihres Albums, ist dabei ein dezenter Hinweise darauf, dass dies der Nachfolger Ihres Albums „I“ ist – entsprechend ist der Name von Track 1 hier Dormance 9 und so geht es dann weiter bis zum letzten Track Dormance 14, den wir gerade hörten. Sobria Ebrietas kennt Ihr vielleicht schon vom Projekt „Eurovision über alles“  und [ilijack] ist ein Creative Commons Aktivist, ja [CC], der sich seit langem für freie Musik jenseits von dne großen, alles bestimmenden Labels einsetzt – und zudem auch bei Ziklibrenbib mitwirkt, was auch wieder ein Musikprojekt aus Frankreich ist.

Wenn Ihr meint, dass das schon ganz schön experimentell war, dann hört mal in den folgenden Track rein, hier sind ↓↓↓

**09. Molveni: Come onto paps' knees | Incastri [A] - max 5 min  [CC]**

↑↑↑ Und dieses Album „Incastri“., das wird nicht nur allein von Moveni gestaltet – nein er teilt sich das zusammen mit dem Musiker Nodolby zu gleichen Teilen auf. Als freies Creative Commons Album übrigens. [Creative Commons] . Molveni aus Italien, den wir gerade hörten, arbeitet dabei hauptsächlich mit Modularsynthies und mit Feedback-Mixing, sprich, er verkabelt sein Mischpult so, dass es eigenständig Feedbacks erzeugt, die dann sehr schwer zu kontrollieren sind, aber garantiert immer ein sehr interessantes Eigenleben entwickeln. Dieses Mischung – dieses Eigenleben aus den schwer zu kontrollierenden Mischpult-Feedbacks auf der einen Seite – und die Verbindungen mit dem Modularsynthesizer, wo ja alle klangführenden Elemente per Hand miteinander verkabelt werden müssen, sind übrigens der Grund warum das Album „Incastri“ heißt. Dieses italienische Wort steht nämlich für zwei Dinge gleichzeitig: Verbindungen und Zufälle.

[Radio Irrtum! IDM]

Der Sender hier – Alex Berlin – ist ja immer auch auf Tuchfühlung mit seinen Hörern – und einer davon hat gerade hier angerufen und seinen Musikwunsch geäußert… und den sagt er am besten mal selbst an . Bitteschön:

[Dieter]

**10. Cryogenic Division: Cold Lovin  | Cryogenic Division [A]**

Zack... in Eure Kisser  das war ↑↑↑ . Das sind 4 Leute aus Cleveland / Ohio nämlich The Collector, The Doc, Goons und Hector Heat – und die sind sehr froh, dass sie es endlich mal geschafft haben sich dermaßen zusammenzureißen, um dieses elendes Synth Punk Album aufzunehmen. Um hier mal mit diplomatischen Worten zu übersetzen, was man auf dem Beipackzettel lesen kann. Das ist dann auch Tatsache ihr Debüt – bleibt zu hoffen, dass da noch mehr solche Ohrwürmer kommen – allerdings findet Ihr das alles nicht auf [Spotify]. Einen solchen haben wir auch als nächstes in der Warteschlange – hier sind ↓↓↓

**11. Ritual Disorder: The Fade the Pull | Ritual Disorder [E]**

↑↑↑ Die kommen aus Brisbane City in Australien – 3 Herrn eine Frontfrau sind das und genau wie Cryogenic Division haben die hier ihr (ausgesprochen gelungenes) Debüt Album vorgelegt. Was Ihr übrigens nicht findet auf [Spotify].

Und so schnell kann es gehen – wir sind damit am Ende von...

**[OMG]**

**Ja, schneller als sonst – statt 59 ½ min habe ich aufgrund des neuen Sendezeitformats von Alex Berlin nur noch 57 minuten zur Verfügung – sehr schade und sehr stressig zudem. Müssen wir alle durch jetzt. Wir, das seid Ihr und ich - **Herr Irrtum! : Ihr findet mich, die Playlist und das Manuskript zu dieser Sendung im freien Netzwerk Fediverse unter…

@herr_irrtum@s.basspistol.org

Aber einen Track haben wir noch, und zu meiner eigenen Überraschung findet man auch den NICHT auf [Spotify] . Der kommt von der Wiener Künstlerin Christina Ruf, einer Frau, die ihrem Cello ganz faszinierende Klänge zu entlocken weiß. Aus Ihrem neuen Album „To Stare at the Spot She Had Vacated“ hören wir zum Abschluss also „Purposeful Eternal Spider“. Damit machts gut, gehabt Euch wohl und bis zum nächsten Mal

Euer Herr Irrtum!

**12. Christina Ruf: Purposeful Eternal Spider | To Stare at the Spot She Had Vacated [A]**
